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02.06.2016

Was treibt Innovation an?

Am Forum Gesundheitswirtschaft diskutieren Expertinnen und Experten über die Frage, wie Innovation von den verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen vorangetrieben respektive von der Politik gefördert wird.


© Forum Gesundheitswirtschaft

© Forum Gesundheitswirtschaft

Seit gestern findet in Basel zum fünften Mal das „Forum Gesundheitswirtschaft“ statt. Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Medizin, Wirtschaft und Politik diskutieren in diesem Rahmen zum Thema „Innovationstreiber im Gesundheitswesen“. Wie der Name der Veranstaltung bereits suggeriert, beschäftigt sich das Forum mit der Beziehung von Gesundheit und Wirtschaft. Einerseits führt die Gesundheitsbranche zu einem besseren Gesundheitszustand der Bevölkerung und hat damit auch volkswirtschaftliche Auswirkungen, indem es z.B. zu weniger Krankheitsausfällen kommt. Andererseits ist die Gesundheitsbranche selbst ein immer wichtiger werdender Arbeitgeber.

Innovationen sparen Krankheitskosten

Gerade in der Region Basel als wichtigem Pharmastandort sei dies eindrücklich ersichtlich, wie der baselstädtische Regierungsrat und Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger in seiner gestrigen Begrüssungsrede betonte. Basel trage viel zur medizinischen Innovation bei. Engelberger hob die Wichtigkeit des Zugangs aller Patientinnen und Patienten zum medizinischen Fortschritt hervor. Dieser dürfe nicht durch falsche Anreize behindert werden. Zudem seien medizinische Innovationen zwar in der Regel teuer, führten aber zu einem besseren Gesundheitszustand der Patientinnen und Patienten und sparten somit auf lange Sicht Kosten. Insofern seien höhere Gesundheitsausgaben per se kein Problem. Wichtiger sei aber die Frage, wann sich höhere Gesundheitsausgaben lohnen. Engelberger zeigte sich überzeugt, dass die höheren Gesundheitsausgaben in den letzten dreissig Jahren durch den (medizinischen und volkswirtschaftlichen) Nutzen kompensiert worden seien und dass die Krankheitskosten deshalb eher abgenommen hätten.

Akzeptanz durch die Bevölkerung ist zentral

Auf die Bedeutung guter Rahmenbedingungen für den Wirtschaftsstandort Schweiz und speziell die Region Basel ging Keynote-Speaker Eric Cornut, Chief Ethics, Compliance and Policy Officer von Novartis ein. Der internationale Wettbewerb sei hart und lasse Stillstand schlicht nicht zu. Wichtig seien unter anderem Offenheit, die Forschungsfreiheit, Flexibilität und eine angemessene soziale Sicherheit. Auch brauche es Weitsicht und Mut. Dabei sei aber gerade in der Schweiz mit ihrem direktdemokratischen System die Akzeptanz der Wirtschaft und Forschung durch die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zentral. In den letzten Jahren habe diese gelitten und der Wirtschaft sei es nicht immer gelungen, die Unterstützung der Stimmbevölkerung zu gewinnen. Cornut forderte, dass die Unternehmen der Bevölkerung besser erklären müssten, welche Schwierigkeiten auf dem Weg zu Innovation zu meistern sind und weshalb Innovation wichtig ist. Denn eine verunsicherte Bevölkerung werde gegenüber Innovation, die ja immer von der Hypothese und der Überraschung lebe, kritisch eingestellt sein. Deshalb gelte es, Ängste abzubauen.

Gegen den Fachkräftemangel

Indirekt wurde damit, wie auch von anderen Referentinnen und Refernten, auf die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative im Februar 2014 angespielt. Gerade der Gesundheitssektor, der besonders auf Fachkräfte auch aus dem Ausland angewiesen ist, leidet unter einem Fachkräftemangel. Vor diesem Hintergrund votierte auch Prof. Sarah Springman, die Rektorin der ETH Zürich, für offene Grenzen und verwies darauf, dass über drei Viertel aller ausländischen Absolvierenden der ETH Zürich nach dem Studium in der Schweiz bleiben und damit den Forschungs- und Innovationsstandort Schweiz stärken.

 

Quelle: http://newsroom.interpharma.ch
Bildrechte: © Forum Gesundheitswirtschaft