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06.11.2018

Test sagt Erfolg von Allergietherapie voraus

Allergiker können mit einer Immuntherapie behandelt werden, doch viele brechen die Therapie vorzeitig ab. Forscher arbeiten nun an einem Test, der Patienten helfen könnte, bereits zu einem frühen Zeitpunkt zu sehen, ob die Behandlung erfolgreich ist.


© Susanne Richter / pixelio.de

Verhältnis von Immunzellen

Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München haben nun untersucht, welche Prozesse im Köprer während einer dreijährigen spezifischen Immuntherapie ablaufen. Sie bestimmten unter anderem Zahl und Zusammenspiel der verschiedenen Immunzell-Typen, die die Entstehung der Allergien fördern bzw. hemmen. Sie konnten dabei zeigen, dass ein bestimmter Typ von Immunzellen (regulatorische B-Zellen) eine wichtigere Rolle im Krankheitsverlauf spielen als bisher angenommen. Sie fanden auch heraus, dass bei den Patienten, bei denen nach der ersten Behandlungsphase ein bestimmtes Zellverhältnis vorlag (viele regulatorische B-Zellen, wenig TH-17-Zellen), die dreijährige Behandlung zu einer deutlichen Minderung der Allergiesymptome führte.

Patent für neuen Test

Dieser Befund legte es nahe, das Verhältnis der Immunzellen für die Entwicklung eines Tests zu nutzen, mit dem sich der Erfolg der spezifischen Immuntherapie bereits in einer frühen Phase der Behandlung voraussagen lässt. Der Test ist unterdessen patentiert und soll nun zur Serienreife weiterentwickelt werden. Er könnte Ärztinnen und Ärzten künftig helfen, jene Patientinnen und Patienten zu identifizieren, bei denen die spezifische Immuntherapie besonders erfolgversprechend ist. Und er könnte diese motivieren, die mehrjährige Behandlung bis zum Abschluss durchzuhalten. „Mit dem Test können wir den Patienten zum derzeit frühest möglichen Zeitpunkt sagen, ob sie die richtige und eine funktionierende Therapie kriegen“, sagt PD Dr. Adam Chaker, Allergiespezialist am Münchner Universitätsklinikum rechts der Isar. Somit liesse sich die spezifische Immuntherapie verstärkt bei jenen Patienten einsetzen, bei denen sie zu guten Ergebnissen führt, wie Chaker betont: „Bei gut charakterisierten Patienten, die sich z.B. gegen Heuschnupfen immuntherapieren lassen, erreicht man eine Verbesserung der Symptome und eine Reduktion der benötigten Medikamente (Antihistaminika, Nasensprays, Asthmasprays) in der Grössenordnung von ca. 30-70%, je nach Allergen und individuellem Krankheitsprofil. Ca. 90% der Patient sind 'Responder', sprechen also grundsätzlich auf die Therapie an.“ Diese vielversprechenden Ergebnisse müssen nun in weiteren Studien bestätigt werden.

 

Quelle: interpharma.ch, Sara Käch