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30.01.2018

Pharmamarkt wächst dank innovativen Medikamenten

Der Medikamentenmarkt in der Schweiz umfasste 2017 zu Fabrikabgabepreisen ein Volumen von rund 5.8 Milliarden Franken. Das sind 4.2% mehr als im Vorjahr. Die Zahl der verkauften Packungen nahm hingegen um 1.3% ab auf 184.9 Millionen Einheiten.


Der wertmässige Zuwachs ist insbesondere auf neue, innovative Medikamente gegen Krebs und Autoimmunerkrankungen zurückzuführen.

2017 wurden in der Schweiz gemäss der von IQVIA – einem globalen Anbieter von Informationen, innovativen Technologielösungen und Serviceleistungen im Gesundheitswesen – bei Pharmaunternehmen, Grossisten, Ärztelieferanten und Versandapotheken erhobenen Daten zu Fabrikabgabepreisen Medikamente im Wert von rund 5.8 Milliarden Franken verkauft. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Pharmamarkt damit um 4.2% gewachsen. Dies ist ein schwächeres Wachstum als in den Vorjahren (2016: 4.7%, 2015: 5.1%). Insbesondere neue, innovative Arzneimittel und ein erhöhter Absatz von Medikamenten, die schon vor 2017 auf den Markt kamen, haben zum Wachstum beigetragen. Die Zahl der verkauften Packungen hat im Vergleich zu 2016 um 1.3% abgenommen und lag 2017 bei rund 184.9 Millionen Einheiten.


Preissenkungen wirken sich in den nächsten Jahren aus

Aufgrund von Verordnungsänderungen fanden 2015 und 2016 keine Preisüberprüfungen der kassenpflichtigen Medikamente statt. 2017 wurde wieder eine Preissenkungsrunde durchgeführt, wobei ein Drittel der kassenpflichtigen Medikamente überprüft wurde. Die dabei verordneten Preissenkungen von rund 350 Medikamenten traten entweder bereits per 1. Januar 2018 in Kraft oder werden per 1. Februar 2018 in Kraft treten. Sie haben sich deshalb noch nicht auf das Marktvolumen im Jahr 2017 ausgewirkt. René Buholzer, Geschäftsführer von Interpharma, sagt dazu: «Die wieder aufgenommene Preisüberprüfung wird das Kostenwachstum im Pharmamarkt dämpfen und für die Unternehmen zu schmerzhaften Umsatzrückgängen führen. Gleichzeitig profitieren die Patientinnen und Patienten von innovativen neuen Medikamenten, welche die Heilungschancen oder die Lebensqualität entscheidend verbessern.»

Mit einem Wachstum von 4.6% wuchs der kassenpflichtige Markt auch 2017 stärker als der Gesamtmarkt. Wichtigster Abgabekanal im kassenpflichtigen Markt waren die Apotheken mit einem Anteil von 48.9%, während auf die selbstdispensierenden Ärzte und die Spitäler je rund ein Viertel der Verkäufe fielen.


Wachstum bei den Krebsmedikamenten

Nicht alle Medikamentensegmente haben sich gleich entwickelt: Während beispielsweise bei den antiviralen Mitteln (Hepatitis C, HIV, etc.) im Vergleich zu 2016 ein Umsatzrückgang zu verzeichnen war (-1.1%), ist das Segment der Medikamente gegen Krebserkrankungen stärker gewachsen (+14.9%). Grund dafür sind diverse Neueinführungen von innovativen Medikamenten mit einem Mehrnutzen für die Patientinnen und Patienten. Diese Gruppe hat rund zur Hälfte des gesamten Marktwachstums beigetragen. Thomas Binder, Geschäftsführer der Vereinigung Pharmafirmen in der Schweiz (vips), sagt dazu: «Die Gruppe der Krebsmedikamente mit zahlreichen Innovationen wurde im Rahmen der Preisüberprüfungsrunde 2017 als erstes überprüft und die Preise vieler Präparate wurden markant gesenkt. Dies wird in den nächsten Jahren zu namhaften Einsparungen führen.» Neben den Onkologika ist auch der Umsatz von Medikamenten gegen Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose überdurchschnittlich gewachsen.


Patentgeschützte Medikamente sorgen für Wachstum

Wertmässig machten die Verkäufe von patentgeschützten Präparaten 53.4% des gesamten kassenpflichtigen Markts aus. Da zahlreiche innovative neue Arzneimittel auf den Markt gekommen sind, wuchs dieses Segment mit +5.8% am stärksten. Weniger stark war der Zuwachs im patentfreien Bereich: Generika erzielten einen Umsatz von 698.0 Millionen Franken, was einem Anteil von 14.2% des kassenpflichtigen Markts entspricht. Patentabgelaufene Originalpräparate kamen mit einem Volumen von 731.3 Millionen Franken auf einen Marktanteil von 14.9%. Der gesamte generikafähige Markt, bestehend aus patentabgelaufenen Originalen, Generika und patentabgelaufenen Medikamenten, von denen aber keine Generika auf dem Markt sind, umfasste ein Volumen von rund 1.9 Milliarden Franken oder 38.8% des kassenpflichtigen Markts.

Quelle: Sara Käch, interpharma.ch