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02.10.2018

Krankhafter Schlaf

Narkolepsie ist eine selten auftretende Schlafkrankheit. Ein Team mit Beteiligung von Wissenschaftlern aus dem Tessin und aus Bern hat zusammen mit Kollegen im In- und Ausland die Ursachen des Leidens genauer als bisher entschlüsselt.


Das Schlaflabor des Universitären Schlaf-Wach-Epilepsie-Zentrums am Inselspital Bern hat zur Narkolepsie-Studie beigetragen.

Schlaf bringt normalerweise Entpannung und neue Energie. Anders ist es bei Patientinnen und Patienten, die an der Schlafkrankheit Narkolepsie leiden. Sie empfinden tagsüber unter anderem ein Gefühl von Schläfrigkeit, und zeitweise kann die Muskelspannung (Muskeltonus) verloren gehen. Schon seit längerem ist bekannt, dass die Krankheit durch den teilweisen Verlust eines bestimmten Proteins (Hypokretin) im Gehirn verursacht wird, dies mitbedingt durch eine erbliche Veranlagung. Ein Forscherteam konnte nun den zugrunde liegenden biochemischen Mechanismus entschlüsseln. Über ihre Erkenntnisse berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift 'Nature'.

 

Hypokretin-Produktion unterbunden

Die Forscher konnten zeigen, wie bei Patientinnen und Patienten der Verlust von Hypokretin entsteht. Grund dafür sind autoreaktive T-Lymphozyten (T-Zellen). Diese Immunzellen erkennen das Protein Hypokretin und können eine Immunantwort auslösen, die den Verlust der Neuronen herbeiführt, die für die Produktion von Hypokretin verantwortlich sind. Um diesen Mechanismus wissenschaftlich zu beschreiben, haben mehrere Institutionen in der Schweiz und im Ausland zusammengearbeitet, darunter das Institut für Forschung in Biomedizin an der Università della Svizzera italiana in Bellinzona (Prof. Federica Sallusto) und das Inselspital Bern (Prof. Claudio Bassetti).

 

Ziel: Fortschreiten der Krankheit verhindern

„Wenn wir autoreaktive T-Zellen in frühen Stadien blockieren, können wir möglicherweise den neuronalen Verlust begrenzen und das Fortschreiten der Krankheit verhindern“, wird Prof. Federica Sallusto von einer Medienmitteilung des Universitätsspitals Bern zitiert. Die an der Studie beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weisen ferner darauf hin, dass Narkolepsie heute oft nicht oder aber erst zu spät diagnostiziert wird. Die neusten Erkenntnis, so die Forscher weiter, würden neue Möglichkeiten einer frühzeitigen Diagnose und auch neue Behandlungsansätze eröffnen.

 

Quelle: www.interpharma.ch, Jessica Wütherich