sprache:
suche
Kontakt
careforce switzerland ag
22.08.2019

EFAS nicht zulasten der Prämienzahlenden verzögern

Die EFAS-Partner sind erfreut, dass sowohl der Bundesrat als auch die Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) den kostendämpfenden Effekt der Vorlage «Einheitliche Finanzierung ambulanter und stationärer Leistungen - EFAS» anerkennen.


EFAS nicht zulasten der Prämienzahlenden verzögern

Gestern hat der Bundesrat zur einheitlichen Finanzierung ambulanter und stationärerer Leistungen Stellung bezogen. Die grundsätzlich positive Würdigung der Vorlage durch den Bundesrat werten die EFAS-Partner als wichtigen Meilenstein. Allerdings erstaunt, dass der Bundesrat die Umsetzung von EFAS so stark von den Kantonen abhängig machen will – insbesondere auch angesichts der breiten Unterstützung für diese wichtige Reform. Die Kantone sind ohne Zweifel wichtige Akteure im Gesundheitswesen und wurden als solche in Sachen EFAS – genau wie die anderen wichtigen Player – mehrfach angehört und konnten so ihre Anliegen frühzeitig platzieren. Schliesslich sind alle Akteureverpflichtet, im Sinne der Prämienzahlenden und der Steuerzahlenden zu agieren und Reformen zum Durchbruch zu verhelfen, die alle entlasten.

 

Die zunehmende Verlagerung von stationären Leistungen in den ambulanten Bereich ist positiv, sie entspricht einem Patientenbedürfnis und spart nachweislich Kosten. Ohne einheitliche Finanzierung kann sie jedoch einseitig zu Lasten der Prämienzahlenden erfolgen, da die ambulante Versorgung vollumfänglich über die Prämien finanziert wird, während die Kantone entsprechend entlastet werden. Mit EFAS hingegen werden die Kantone an der Finanzierung der ambulanten Versorgung mitbeteiligt. Damit wird die künftige Finanzierungslast sozialverträglicher verteilt.

 

Aber nicht nur das: Die Einführung der einheitlichen Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen ist aus Sicht der EFAS-Partner dringend notwendig, um Fehlanreize zu beseitigen, die Kosten ohne Einbusse bei der Versorgungsqualität zu dämpfen und die Integrierte Versorgung zu stärken. Die EFAS-Partner fordern daher das Parlament auf, einen raschen Beschluss zugunsten der einheitlichen Finanzierung zu fassen. Diese wichtige Vorlage befindet sich seit über zehn Jahren in Diskussion. Sie wird von allen wichtigen Akteuren getragen und verdient es, endlich angenommen zu werden.

 

Zur Integration der Pflege in die EFAS-Vorlage

Die Resultate der von der GDK kürzlich vorgestellten Studie zum Einbezug der Langzeitpflege stellen aus Sicht der EFAS-Partner kein Hindernis für die Verabschiedung von EFAS dar. Die langfristige Finanzierung der Pflege ist eine wichtige Frage. Der von der GDK geforderte Einbezug der Pflege in die einheitliche Finanzierung erfordert aber umfangreiche Abklärungen und muss differenziert und überlegt angegangen werden: Die Schnittstelle zur Langzeitpflege bedarf der Klarheit über die OKP-pflichtigen Kosten (Herstellung Kostentransparenz) und einer systematischen Definition der Pflegeleistungen in Abgrenzung zu Betreuungsleistungen sowie einer einheitlichen Festlegung der Pflegestufen ambulant und stationär. Heute tragen die Kantone via OKP-Restfinanzierung nicht die Hauptlast in der Pflege. Die Hauptlast tragen die Krankenversicherer (rund 50% bei Pflegeheim, rund 70% bei Spitex). EFAS ist eine der wichtigsten und grundlegendsten Reformen unseres Gesundheitswesens auf nationaler Ebene. Sie darf nicht an politischen Blockaden scheitern. Daher soll die Einführung der einheitlichen Finanzierung nicht von einer Lösung für die Pflegefinanzierung abhängig gemacht werden. Denn die gleichzeitige Integration der Pflegefinanzierung in die EFAS-Vorlage würde die Einführung von EFAS im Akutbereich unnötig verzögern.

 

Auskünfte

  • Pius Zängerle, Direktor curafutura, 079 653 12 60, pius.zaengerle@curafutura.ch
  • Verena Nold, Direktorin santésuisse, 079 291 06 04, verena.nold@santesuisse.ch
  • Charlotte Schweizer, Leiterin Abteilung Kommunikation FMH, 031 359 11 50, kommunikation@fmh.ch
  • Doris Fischer-Taeschler, Vizepräsidentin GELIKO, 079 432 71 43, fischer@diabetesschweiz.ch
  • Dr. med. Josef E. Brandenberg, Präsident FMCH, 079 304 71 18, josef.brandenberg@hin.ch
  • Damian Müller, Präsident Forum Gesundheit Schweiz, info@forumgesundheitschweiz.ch
  • René Buholzer, GeschäftsführerInterpharma, 061 264 34 14, info@Interpharma.ch
  • Babette Sigg, Präsidentin Schweizerisches Konsumentenforum kf, 076 373 83 18, praesidentin@konsum.ch
  • PD Dr. Marcel Mesnil, Generalsekretär Schweizerischer Apothekerverband pharmaSuisse, 031 978 58 58, kommunikation@pharmaSuisse.org
  • Dr. med. Claude Müller, Präsident SBV, 031 952 79 05, claude.mueller@sbv-asmi.ch
  • Susanne Hochuli, Präsidentin Schweizerische Stiftung SPO Patientenschutz, 079 611 19 95, susanne.hochuli@spo.ch
  • Sabine Alder, Mediensprecherin Schweizerischer Versicherungsverband, 044 208 28 20, sabine.alder@svv.ch
  • Andreas Faller, Geschäftsführer Bündnis Freiheitliches Gesundheitswesen, 079 415 33 37, andreas.faller@intergga.ch
  • Dr. med. Anne Sybil Götschi, Präsidentin medswiss.net, 076 365 97 34 ,info@medswiss.net
  • Judith Fischer, Leiterin Kommunikation und Politik vips, 079 773 50 50, judith.fischer(at)vips(dot)ch

 

Quelle: Jessica Wüthrich, www.interpharma.ch