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02.10.2017

Auf neuen Wegen gegen Prostatakrebs

Seit Mai 2017 ist Prof. Dr. Mark Rubin Direktor des Departements für biomedizinische Forschung der Universität Bern. Von seiner früheren Wirkungsstätte in den USA hat er einen Forschungsschwerpunkt um Prostatakrebs in die Schweiz mitgebracht.


Der Krebsarzt Mark Rubin leitet seit Frühling das Department for BioMedical Reseach (DBMR) der Universität Bern. Sein Forschungsschwerpunkt ist Prostatakrebs, der häufigste bösartige Tumor bei Männern. Zuletzt hat der geborene Kalifornier am Weill Cornell Medical College der Cornell University (New York) und an einem grossen New Yorker Spital geforscht. Mit dem Wechsel nach Bern hat Prof. Rubin seinen Forschungsschwerpunkt in die Schweiz mitgebracht. Dazu gehört jetzt auch ein neues Forschungsprojekt zu Prostatakrebs, das vom Nationalen Krebsinstitut der USA gefördert wird. Dieses Forschungsvorhaben, das Mark Rubin von Bern aus leitet, will Diagnose und Behandlung von Prostatakrebs verbessern. „Wir bauen mit dem Projekt eine Brücke zwischen der Universität Bern und dem Weill Cornell Medical College der Cornell University in New York, einer der wichtigsten Universitäten in den USA“, sagt Rubin.

 

Resistenzen überwinden

Das fünfjährige Projekt besteht aus vier Teilprojekten, die aus dem Labor von Mark Rubin hervorgegangen sind. Eines der vier Teilprojekte betreut Mark Rubin selber: „Mein eigenes Teilprojekt beschäftigt sich mit fortgeschrittenem Prostata-Krebs. Wir versuchen die molekularen Treiber zu verstehen, die Prostatakrebs entgegenwirken“, sagt der Wissenschaftler. Hintergrund des Projekts ist die Tatsache, dass heute zwar wirksame Therapien gegen Prostatakrebs zur Verfügung stehen, dass diese aber oft nicht einen dauerhaften Behandlungserfolg sicherstellen können, wie Mark Rubin sagt: „Die meisten Männer mit Prostatakrebs können zu Beginn sehr wirksam behandelt werden, doch praktisch alle entwickeln im Zuge der Behandlung Resistenzen gegen die eingesetzten Medikamente.“ Aus dem aktuellen Forschungsprojekt könnten neue und wirksamere Therapieansätze hervorgehen.

 

Mutationen im SPOP-Gen

Zwei weitere der vier Teilprojekte befassen sich mit neuroendokrinem Prostatakrebs, einer besonders aggressiven Form des Tumors. Eine Forschergruppe möchte durch Untersuchung von Blutproben die genetischen Ursachen dieser Krebsform besser verstehen. Eine zweites Team widmet sich den molekularen Mechanismen bei der Entstehung von neuroendokrinem Prostatakrebs. Aus den Resultaten, so die Hoffnung, könnten mittelfristig neuartige Medikamente hervorgehen. Das vierte Teilprojekt widmet sich einer bestimmten Mutation in einem Gen mit dem Namen SPOP. Mutationen in diesem Gen sind nach bisherigem Forschungsstand für rund 15% aller Fälle von Prostata-Krebs verantwortlich. „Wir haben diese Mutation vor fünf Jahren entdeckt. Dank vertiefter Untersuchung erhoffen wir uns neue Erkenntnisse zur Tumorentstehung“, sagt Mark.

Quelle: Carolin Lorber, www.interpharma.ch